Imix ist das erste von den zwanzig Tageszeichen der Maya. In alten Zeiten war es ein Zeichen, das starke und fleißige Personen hervor brachte, und das scheint in modernen Zeiten, ebenso zu sein. Der Name der Maya für dieses Zeichen war Imix, was Alligator oder Krokodil bedeutet. So wie das Tier, nachdem dieses Zeichen benannt wird, sind darunter geborene Personen stark und doch auch fürsorglich.
Vater-Alligatoren sind bekannt dafür, sich ganz besonders um Ihre Nachkommenschaft zu kümmern. Weiters sind sie Schöpfer eines Lebensraums für andere Tiere in ihrem Ökosystem. Die Maya verbanden dieses Zeichen durch seine Vereinigung mit der Tagesgöttin, der Urmutter Mam, Herrin der Urwasser und der Zahl 5, mit der Entwicklung der Erde selbst.
Die Maya nannten das Fünfte der zwanzig Tageszeichen Chicchan, die Schlange. Das Wort beinhaltet die Bezeichnungen für „Himmel“ und „Schlange“. Als Himmelsschlange betrachteten die Maya der klassischen Zeit die Milchstrasse. Durch diese wurde eine Verbindung zwischen Götter- und Menschenwelt geschaffen. Die geflügelte Himmelsschlange ist eine stammesübergreifende Urgottheit Mittelamerikas. Bei den Maya nannte man sie „Kukulkan“, bei den Tolteken und Azteken „Quetzalcoatl“. Sie bildete die mythische Grundlage zur Erschaffung der verschiedenen Lebensformen, indem sie die Gegensätze wie Licht und Dunkelheit, männlich und weiblich, Himmel und Erde miteinander verband. Auf diese Weise ist die Flügelschlange ein Sinnbild der Einheit des gesamten Schöpfungsprinzips.
In der Schlange versuchten die alten mexikanischen Astrologen wahrscheinlich, in nur einem Symbol die starken Kräfte der Änderung und Transformation zu vereinen, gegen die sich kein Mensch widersetzen konnte. Da der Drachengott selbst durch den Tag Chicchan dargestellt wird entfällt hier eine, sonst übliche, weitere göttliche Zuordnung.
9 Muluc - Roter Mond [mu'luuk] Erinnerung - Fluss des Lebens - Mondgöttin
Die Maya nannten das neunte von zwanzig Tageszeichen, Muluc. Es steht für „Wasser“ in seiner Funktion als lebensspendendes Element. Nach der Ordnung der Welt durch die göttlichen Zwillinge Ixbalanque und Hunahpu waren die Gewässer nutzbar gemacht worden, und die Welt begann dem Rhythmus von Tag und Nacht zu folgen.
Die Wasser-Glyphe steht zugleich für „Fisch“ und „Mais“, die grundlegenden Lebensmittel der Maya. Die Götter des Tages sind daher der junge Maisgott, der Herr der Zahl Acht, und die Urgöttin Mam, Herrin der ozeanischen Wasser und der Zahl Fünf.
13 Ben - Roter Himmelswanderer [ben] Erweiterung - Engel - Dimensionen - Ausdehnung
Das dreizehnte von zwanzig Tageszeichen der Maya wurde Ben genannt. Dieser heilige Tag verkörperte die himmlische Dreizehnfaltigkeit, den Zahlengott Oxlahun-ti-ku. Wörtlich bedeutet die Glyphe „Rohr“, ein Sinnbild der heiligen, rohrartigen Maispflanze, Grundlage der wirtschaftlichen Kultur der Maya. Ben galt als Tag der Saat und der Fruchtbarkeit. Alle Unternehmungen, die an einem 13. begonnen wurden, konnten daher nur Erfolg bringen.
Tagesgott war der junge Maisgott in seinem besonderen Aspekt als Mais-Fisch-Gott. Auf Stelzen aus Maisrohr schreitet er über die Felder aus fruchtbarem Schwemmland und sät den Maissamen aus.
Der Maya Name für das siebzehnte Tageszeichen ist Caban. Dies war ein Tag der Ernte, an dem die Früchte eingebracht wurden, die an einem Tag Ben gesät worden waren. Wörtlich ist Caban die Beschreibung für die „Erde“ aber auch für „Erdbeben“. Hierbei ist die zweite Bedeutung als Mahnung und Erinnerung an die Unberechenbarkeit der Erde zu sehen, die noch immer eine Verkörperung des Erddrachens darstellt.
Ixquic, die junge Mondgöttin und Herrin der Zahl Eins, regiert diesen Tag in ihrer erweiterten Form als Erd- und Maisgöttin.
Der Name der Maya für das zweite von zwanzig Tageszeichen war Ik, Windgott und Herrscher der Zahl drei. Den Menschen brachte er seichte Winde und damit auch Krankheiten, die durch die Luft übertragen wurden, außerdem verschiedene Formen der Besessenheit.
Er war ebenfalls der Gott des Wissens, und der Sprache. In seiner menschlichen Manifestation war er ein Symbol sowohl der spirituellen Führung als auch der menschlichen Schwäche.
Der Maya Name für diesen Tag war Cimi, was Schädel, Totenkopf oder Tod bedeutet. Das ist das sechste der zwanzig Tageszeichen. Die Glyphe zeigt einen menschlichen Schädel. Noch bevor die ersten Lebensformen dieser Welt erschaffen wurden, wurde bereits deren Ende festgelegt, auf das sich das künftige Leben auf der Erde im Spannungsfeld zwischen Leben und Tod abspielen möge. Am sechsten Tag regierten daher die Kräfte der Zerstörung, der Krankheit und der Zersetzung.
Durch die Totenkopfglyphe wird die Herrschaft des Todesgottes Ahpuch angezeigt, der auch ein Regent der Zahl Zehn ist. Obwohl dieses Symbol heute etwas negativ erscheinen mag, waren in der alten Zeit durchaus positive Begriffe wie Selbstaufopferung oder Dienste für das Gemeinwesen damit verbunden.
Oc war der Maya Name für das zehnte der zwanzig Tageszeichen. Diese Glyphe bedeutet „Hund“. Wie bereits erläutert, rechneten die Maya in Zwanziger-Systemen. Der zehnte Tag symbolisierte daher die sterbende Hälfte und wurde von der Gottheit Tzul beherrscht. Die Maya mochten Hunde, nicht aber die mit ihnen verwandten Koyoten, die als wild und feige galten. Der Tag Oc galt als Tag des Todes, und somit der reinigenden Erneuerung.
Im übertragenen und positiven Sinn bedeutet dieses Zeichen, dass an diesem Tag Großzügigkeit und Fruchtbarkeit herrschen sollen. Menschen, die an diesem Tag geboren wurden sind fähig sich über andere zu erheben. Diese Einschätzung bestätigt sich auch heute noch.
Der Name der Maya für dieses Tageszeichen, das vierzehnte von zwanzig Zeichen, war Ix. Mit ihm begann nach der mythologischen Überlieferung das vierte Zeitalter, in dem die jungen Gottheiten regierten. Ix ist die Kurzform des Mondgottes Ixbalanque und bedeutet wörtlich auch „kleiner Jaguar“ oder „Ozelot“. Der Tag war den Mondgöttern geweiht, die als Nachtlicht die Dunkelheit vertrieben. Die Maya dachten, dass diejenigen, die unter diesem Zeichen geboren wurden, den Tieren ähnlich seien und somit im übertragenen Sinn kriegerisch, kühn, mutig, stark und nachtaktiv.
Die Mondgötter wurden auch als eine Art kosmischer „Staubsauger“ angesehen, der das Schlechte von der Welt nimmt. Hier findet sich vielleicht der Grund, warum man diejenigen, die dieses Zeichen tragen, mit Heilung und Therapie in Verbindung bringt. Als Regenten der Zahl Eins herrschten die Mondgottheiten Ixquic und Ixbalanque über diesen Tag.
Edznab ist der Maya Name für das achtzehnte der zwanzig Tageszeichen. Dies war der Tag der Opfer. Das Wort selbst stand für Opfer- und Feuerstein. Die Bezeichnung bezog sich auf den Obsidian-Stein, aus dem die Opfermesser der Priester hergestellt wurden.
Der Herrscher dieses Tages war Kukulkan, der unersättlich Opfer einforderte. Um sich seiner Unterstützung und Gunst zu versichern, wurden an diesem Tag von allen Kasten, den niedersten wie den höchsten, Könige und Priesterschaft eingeschlossen, diverse Rituale durchgeführt.
11 Chuen - Blauer Affe [tschu'en] Illusion - Spielen - Humor - Pan - Sexualität
Der Maya Name für dieses Tageszeichen ist Chuen und symbolisiert das elfte von zwanzig Tageszeichen. Die Glyphe steht für das Wort „Affe“. Affen und Affengötter wurden als äußerst zwiespältige Wesen angesehen. In den Mythen galten sie ursprünglich als Vorform des Menschen. Die göttlichen Brüder, Ixbalanque und Hunahpu, wurden einst in Brüllaffen verwandelt und brachten der Menschheit in dieser Gestalt das Kunsthandwerk, das Flötenspiel und die Schrift. In ihrer tierischen Gestalt wurden die beiden Wesenheiten im Popul Vuh aber auch als missgünstig und schamlos beschrieben, die jederzeit ihre sexuelle Kraft zur Schau stellten.
Am elften Tag wurde die Welt damit von den männlichen Energien regiert, die von da an die Herrschaft übernahmen. Bis in die heutige Zeit finden daher im einstigen Maya-Gebiet die Priesterweihen an einem Chuen statt. Regent des Tages war der Affengott Hunchuen, der alle künstlerischen, handwerklichen und sexuellen Aktivitäten förderte.
Manik war der Name der Maya für das siebente der zwanzig Tageszeichen. Wörtlich bedeutet die Tagesbezeichnung „Hirsch“. Diese Tiere standen in enger Beziehung zu dem Donnergott Tohil, der sich in Hirschgestalt zu zeigen pflegte. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Gottheit, sondern um einen Teilaspekt des Urgottes Kukulkan, der Himmelsschlange. Am siebten Tag der Schöpfungsgeschichte erschien Tohil als Hirsch vor der künftigen Priesterschaft und den Regenten des Maya-Reiches. Als Führungsdämon schloss er einen Pakt mit den Menschen. Der besagte, dass das Volk der Maya solange von den Göttern beschützt und geführt würde, wie es ihnen reiche Opfer darbrächte. Außerdem sei ihnen die Oberherrschaft über alle anderen Stämme gewiss. Dafür sollten regelmäßig Blutopfer dargebracht werden, die die verschiedensten Tierarten mit einschlossen. Die Felle der Tiere sollten die Menschen behalten.
Den Priestern wurde gestattet, offiziell als Vertreter Tohils aufzutreten, wenn sie sich die Haut eines Hirsches überzogen. Daher gilt der Ehrentag Tohils auch als ein Tag der Täuschung. Der Tag Manik war ein Tag der Verluste und des Abschieds. Als Tagesgottheit regierte Kukulkan in seiner Erscheinungsform des Tohil.
Akbal ist das Dritte der zwanzig Tageszeichen. Die Wortbedeutung dieses Zeichens lautet „Haus“, „Unterwelt“ und „Nacht“. Es erinnert an die Zeit der ewigen Dunkelheit, die herrschte, bevor das Licht in die Welt kam. Damals regierten die dunklen Dämonen der Unterwelt und des Todes. In leicht veränderter Form ist die Glyphe Akbal in der Gestaltung der Tempeleingänge wieder zu finden, wo sie den Rachen der Unterwelt symbolisiert.
Der dritte Tag wird von den alten Totengöttern, den Herren von Xibalba, regiert. Er wird durch die Glyphe des alten Totengottes, die einen Skelettkopf darstellt, angezeigt. Die Maya betrachteten Haus als ein Zeichen von Personen, die Abgeschlossenheit bevorzugten, aber auch solchen, die sehr respektvoll waren und von anderen gemocht wurden.
Die Maya nannten das fünfzehnte Tageszeichen Men. Mit dem fünfzehnten Tag erreichte die Schöpfungsgeschichte der Maya ihren Höhepunkt. Die Glyphe Men bezeichnet den Adler, den Sonnenvogel. Endgültig vertrieb nun der Sonnengott Ahau-Hunahpu mit seinem strahlenden Licht die Dunkelheit. Er regierte fortan den Tag, während ihm sein Zwillingsbruder Ixbalanque als Nachtlicht folgte. Wie auch das Zeichen Ix wurde es als ein Kriegerzeichen betrachtet, aber es sollte auch Besitzgier anzeigen.
Der Gott Ahau-Hunahpu war der unumschränkte Herrscher des fünfzehnten Tages. Die Herrscher der Maya schmückten sich in der klassischen Epoche mit Vorliebe mit den Kennzeichen des Sonnengottes und bezeichneten sich selbst als Sonnenkönige.
Die Maya nannten das neunzehnte von zwanzig Tageszeichen Cauac, was soviel wie „Regen“ oder „Gewitterwolke“ bedeutet. Als Folge der Opfergaben des Vortages herrschte der große Donner- und Regengott Chac über den fruchtbaren Tag Cauac. Er brachte den lebensspendenden Regen, den Samen des Himmels, den die Mutter Erde empfängt, um neues Leben hervorzubringen und gedeihen zu lassen. Es wurde angenommen, dass unter diesem Tageszeichen geborene Personen Opfer schlechter Gesundheit waren, oder, andererseits, Zauberer und Wahrsager.
Chac, Herrscher der Zahl Sechs und, sowohl unberechenbar und ungestüm, wurde er als Erneuerer des Lebenszyklus verehrt.
4 Kan - Gelber Samen [kaan] Erblühen - Absicht - Ziel - Unsichtbare Form
Der vierte Tag zeigt eine Zeit an, zu der das Leben auf der Erde begann. Im übertragenen Sinn beschreibt der vierte Tag auch das vierte Zeitalter der Menschheit, einen Entwicklungsabschnitt, an dessen Ende wir nach Auffassung der Maya heute stehen. Als Glyphe bedeutet Kan auch die Farbe Gelb, die wiederum den reifen, goldgelben Mais symbolisiert. Als Tagesgottheit wurde auch hier die Urmutter Mam, Herrin der Zahl Fünf, zugeordnet. Sie nimmt hier den Platz einer Fruchtbarkeitsgöttin ein.
Eidechse verkörpert, sowohl sexuell als auch künstlerisch, die kreativen Kräfte. In alten Zeiten sagte man, dass Eidechse-Geborene „übermäßig gut gediehen“. Wie schon erklärt, ist dies das Vierte von zwanzig Tageszeichen.
Die Maya nannten das achte der zwanzig Tageszeichen Lamat, was Kaninchen oder Hase bedeutet. Als Symbol wählten Sie dessen Kopf. In der Mythologie überwand der junge Mondgott Ixbalanque mit Hilfe des Kaninchens die Fallen der dämonischen Unterweltgötter und rettete das Leben seines Bruders Ahau, dem späteren Sonnengott. Erst die Überwindung der Unterwelt ermöglichte die Erschaffung des Sternenhimmels und der irdischen Lebensformen.
Hase und Kaninchen galten als Erscheinungsformen der jungen Mondgöttin Ixquic und Ihres Sohnes Ixbalanque. Als Mondtiere und wegen ihrer Schläue und ihres Mutes wurden Sie von den Maya verehrt. Ixquic, der die Zahl Eins zugeordnet ist, herrschte als Göttin des Tages.
Eb war der Maya Name für das dreizehnte von den zwanzig Tageszeichen. Die Glyphe steht für das Wort „Totenkopf“. Der Tag symbolisiert den Kreislauf des Lebens im Vergehen und Erneuern. In der Schöpfungsgeschichte der Maya wurde der junge Maisgott geopfert, was zu einer wunderbaren Vermehrung der Maispflanzen führte.
In diesem Fall ist der Totenkopf kein Zeichen des Schreckens und der Vernichtung sondern des neuen Lebens, das aus dem Tod hervorgeht, des Triumphs über das Unglück, der Heilung von Krankheiten und der Reinigung des Körpers. Als Tagesgott wurde der junge Maisgott, Herr der Zahl Acht, zugeordnet.
Der Maya Namefür das sechzehnte der zwanzig Tageszeichen Zeichen war Cip. Im immerwährenden Lebenszyklus der Maya folgte stets auf den Tag die Nacht, auf die Erschaffung die Zerstörung. So verkörpert das Tageszeichen Cip die „Eule“, die nach der Überlieferung den Tod zu den Menschen bringt. An diesem Tag verstärken sich die vollendenden und zerstörenden Energien. Er steht daher in Verbindung mit schicksalhaften Vollstreckungen.
Unter diesem Zeichen geborene Personen sollten groß, maßgebend, besonnen und klug sein. Sie gaben guten Rat, und bildeten gute Lehrer/Lehrerinnen aus, und führten auch ein langes Leben. Die Eule unterstand den Herren von Xibalba, den Unterweltdämonen und Regenten der Zahl Zehn.
Mit dem zwanzigsten Tag endet die Monatszählung des Maya-Kalenders. Wörtlich bedeutet Ahau „großer Herr“, womit der Sonnengott der Maya gemeint ist. Dieser Tag ist denn auch mit dem hiesigen Sonntag vergleichbar. Allgemein galt er als Glückstag, und alle Unternehmungen standen unter einem guten Vorzeichen. Wer an Ahau geboren wurde stand unter der Gunst der Götter.
In den alten Schriften wurde dieses Tageszeichen auch als eine stilisierte Blume dargestellt, die ebenfalls als Schriftzeichen für die Sonne galt.