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Mesoamerikanisches Ballspiel

Das Mesoamerikanische Ballspiel war sowohl Spiel als auch Ritual für die mesoamerikanischen Völker der präkolumbischen Zeit. Die ersten Spieler waren die Olmeken, wie ein kürzlich gefundener historischer Voll-Gummiball [2] belegt. Diese enge Verbindung hatte bis zur Eroberung des Kontinentes durch die Europäer (1492) und der weitgehenden kulturellen Zerstörung bestand. So gelangt auch das Ballspiel als Sport nach Europa. Es wird berichtet, das Kaiser Karl V von Hernán Cortés eine aztekische Ballspielmannschaft vorgeführt bekam.

 

Die Schreibung

Erst seit dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wurde es möglich verschiedene mesoamerikanische Schriften zu lesen. Das ist noch kein gesichertes Wissen, so dass es immer wieder zu Neubewertungen einzelner Schriftzeichen kommt. Dies gilt im besonderen für die Grammatik, so dass die Darstellung hier nur als vorläufig betrachtet werden darf.

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Azteken

Aztekisches Schriftzeichen tlachtli für Ballspielplatz
Aztekisches Schriftzeichen tlachtli für Ballspielplatz

In der aztekischen Schrift steht die Glyphe tlachtli für einen Ballspielplatz. Der Ball heißt olli oder ulli. Genau wie sein Material, wo das spanische Wort für Gummi hule herstammt. Es ist ein Naturprodukt, welches heute Latex genannt wird und wahrscheinlich von der Gummibaumart Castilla elastica produziert wurde. Das Spiel heißt Ullamaliztli, was eine Kombination von ulama (dem Verb ballspielen) und olli ist.

 
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Maya

Maya Übersetzung verwendete Glyphe
pitzah- Ball zu spielen (intr. Verb) pi-tza-ha
pitzal Ballspieler pi-tzi-la
pitzil ballspielend (Adj.) pi-tzi-li
pitzil schön, bewundernd (Adj.) pi-tzi-li
pitzi Ballspiel (Sub.) pi-tzi
alaw, halab',
halaw
Platz zum Ballspielen 'a-la-wa
kab'al pitzal
(Quelle [5])
Titel:"Earth-like Ballplayer" ka-b'a-la-pi-tzi-la

 

Maya-Glyphe pitzal für Ballspieler
Maya-Glyphe pitzal für Ballspieler

Die Glyphe pi-tzi-li (rein syllabische Schreibweise) wird, wie es für Maya typisch ist, sowohl für das Adjektiv ballspielend als auch für schön, bewundernd verwendet. Der nicht nur profane Charakter des Spiels zeigt sich darin, dass das Substantiv pi-tzi-la in Titeln vorkommt und das Ballspielen im mystischen Buch der Maya, dem Popol Vuh eine große Bedeutung hat.

 
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Die Bauten

Ein "Tor" - benutzt von 400 - 1300
Ein "Tor" - benutzt von 400 - 1300

Bisher konnten in den mesoamerikanischen Ruinenstädte mehr als 1500 Ballspielplätze entdeckt werden. Die am besten noch erhaltenen Bauten sind heute in Copán, Iximche, Monte Albán, Uxmal, Zaculeu und in Chichen Itza zu finden. Wobei das letztere Gebäude mit einer Breite von 166 m und einer Tiefe von 68 m am größten ist. Das Ziel des Spieles besteht darin, einen Ball durch einen an der Längsseite in einiger Höhe ( 2,5 – 3,5 m ) angebrachten Ring hindurch zu befördern. Das Spielfeld ist an den Rändern mit jeweils einer Mauer begrenzt. Bei einigen Ballspielplätzen ist diese Mauer nicht senkrecht, sondern mit einem Winkel von z.B. 75° ausgeführt. Andere Plätze haben dagegen eine Zweiteilung, aus einem flach ansteigendem Teil, mit einer Steigung von vielleicht 20°, und einer senkrechten Mauer. Anhand von Plastiken kann man sehen, dass die Mauern an beiden Längsseiten zu einigen Metern tiefen Sitzgelegenheiten für Zuschauer ausgebaut sind.

 
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Das Spiel

Während der drei Jahrtausende in denen das Spiel gespielt wurde, änderten sich die Regeln immer wieder: Die Zahl der teilnehmenden Spieler, die Körperstellen mit denen der Ball berührt werden durfte, die Folgen eines verlorenen Spieles. Die gesellschaftliche Bedeutung des Spiels änderte sich ebenfalls. So gibt es Berichte wonach mit einem Spiel der Ausgang von Kriegen entschieden wurde, Kriegsgefangene um ihr Überleben spielten, um große Werte gewetten wurde oder wo es der Mittelpunkt von Volksfesten war.

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Literatur

  • Michael D. Coe: Das Geheimnis der Maya Schrift. ISBN 3-499-603462, 1995, Reinbeck bei Hamburg
  • V. Scarborough, D. Wilcox: The Mesoamerican Ballgame. ISBN 0-816-513600, 1993, University of Arizona Press
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Weblinks

  • [1] (http://www.mesoweb.com/features/jpl/07.html) Olmekische Skulptur aus der Zeit von 800 – 400 BC, welche einen Ballspieler darstellen könnte.
  • [2] (http://faculty-staff.ou.edu/W/Mary.J.Watson-1/ahi3803_2.htm) Mary Jo Watson: Bild Nr. 5, olmekischer Gummiball aus El Manati Springs (Mexiko)
  • [3] (http://www.indianer-welt.de/meso/ball/ballspiel.htm) Antje Baumann: Das Ballspiel im präkolumbischen Amerika
  • [4] (http://www.mayavase.com/dainzu/) Ruth Hardinger: Rubbings from the site of Dainzu. Künstlerische Interpretation der Darstellung von Ballspielern in Ruinen von Dainzú
  • [5] (http://www.mesoweb.com/resources/vocabulary/index.html) Eric Boot: A Preliminary Classic Maya-English/English-Classic Maya Vocabulary of Hieroglyphic Readings. Januar 2002.
  • [6] (http://www.ballgame.org/) Eine sehr schöne flash-Seite (mit Auszeichnung), welche das Thema anschaulich für den Schuluntericht aufbereitet (englisch).
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