Jäger besiedelten das Copán-Tal zwischen 1100 und 900 v. Chr. Sie machten sich sesshaft und gingen zum Ackerbau über. Zwischen 300 v. Chr. und 150 war das Tal wahrscheinlich wieder entvölkert.
Das Königreich Copán wurde ca. 160 gegründet. Ab 426 herrschte während 400 Jahren ununterbrochen eine einzige Dynastie. Im 7. Jahrhundert stieg Copán zur Grossmacht auf und erreichte die grösste Flächenausdehnung. Zum Königreich Copán gehörte nun auch die Stadt Quiriguá.
In der Blütezeit zwischen 695 und 763 schufen die besten Bildhauer, Baumeister, Kalligrafen und Kunsthandwerker der Zeit prächtige Tempel, Pyramiden, Altare, den zweitgrössten Ballspielplatz der Maya-Kultur sowie fein ziselierte Stelen und Reliefs. Auch entstand in dieser Zeit die monumentale Hieroglyphentreppe, das grösste Schriftwerk der Maya, das aus mehr als 2200 Schriftzeichen besteht.
Nach 763 begann Copáns Abstieg. Durch die rasche Ausdehnung des Reichs war die Bevölkerungszahl nach oben geschnellt. Allein im Tal von Copán wohnten rund 24'000 Menschen - zuviele für die einheimische Landwirtschaft. Die Bauern wurden von der palastbauenden Elite an die kargen Berghänge verdrängt, die nach kurzem erodierten. Nahrungsmittelknappheit, Unter- und Mangelernährung waren die Folgen.
822 bestieg der letzte König von Copán den Thron. Wenig später wurde die Stadt aufgegeben. Innerhalb von lediglich 200 Jahren entleerte sich das Tal von Copán weitgehend, und der Dschungel überwucherte die einst prächtige Stadt. |